Ralph Rückert
Tierarzt
Bei den Quellen 16
89077 Ulm / Söflingen
Telefon: 0731/382766
Notrufnummer:

0171/744 92 46

BLOG

Hund beißt Mensch = Todesurteil?

22.05.2016
Von Ralph Rückert, Tierarzt

In mehr oder weniger regelmäßigen Abständen müssen wir leider in der Presse lesen, dass mal wieder ein Mensch, meistens ein Kind, von einem Hund gebissen und schwer verletzt worden ist. Werden solche Meldungen auf Facebook geteilt, entsteht grundsätzlich eine immer nach dem gleichen Muster ablaufende Diskussion: Die ersten drei bis zehn Kommentare bedauern noch in erster Linie das Schicksal des Kindes und wünschen ihm alles Gute, aber dann geht es nur noch um das, was jetzt wohl mit dem Hund passieren wird. Die einen befürworten eine Euthanasie, die anderen lehnen diese strikt ab. Bei diesen Auseinandersetzungen herrscht ein harter Ton, es werden keine Gefangenen gemacht.

Dentalröntgen: Es geht nicht ohne!

14.05.2016
Von Ralph Rückert, Tierarzt

Dieser Tage fragte mich eine Katzenbesitzerin auf Facebook, ob ich denn ein Dentalröntgen hätte, also (zusätzlich zur normalen Röntgeneinrichtung für Körperaufnahmen) ein spezielles Röntgengerät zur Anfertigung von Zahnaufnahmen. Erst nachdem ich spontan und fast ein wenig verdutzt bejaht hatte, kam mir der Gedanke, dass das eigentlich eine ziemlich schlaue und völlig berechtigte Frage war. Dass mich noch nie zuvor jemand gezielt nach dem Dentalröntgen gefragt hat, scheint mir ein klarer Hinweis darauf zu sein, dass vielen Katzenbesitzern eine feststehende Tatsache gar nicht bewusst ist: Ohne dentales Röntgengerät kann man als Tierarzt gleich die Finger aus der Katzen-Zahnmedizin rauslassen!

Wichtig! Betreff Fernberatung!

25.04.2016

Von Ralph Rückert, Tierarzt


Durch die weite Verbreitung mancher Artikel erhalte ich inzwischen pro Monat zig Nachrichten und Anrufe von Tierbesitzern, die nicht Patienten meiner Praxis sind und die mich um Rat zu medizinischen Problemen ihrer Vierbeiner bitten. Meistens sind Fernbeurteilungen oder gar Ferndiagnosen unmöglich, unethisch und unprofessionell.

Das große Jucken: Die Sarcoptes- oder Fuchs-Räude

17.04.2016

Von Ralph Rückert, Tierarzt


Irgendwie hätte ich nie gedacht, dass ich mal einen Artikel über dieses Thema schreiben würde, weil es mir dafür immer als zu banal und unbedeutend erschien. Das erste Quartal dieses Jahres hat mich diese Meinung gründlich revidieren lassen. Ich hatte in meinem ganzen, langen Berufsleben noch nie so viele Fälle von Fuchsräude gleichzeitig in Behandlung wie zur Zeit. Verschiedene Kolleginnen und Kollegen berichten von gleichartigen Erfahrungen. Woran das liegt? An dem Winter, der keiner war und der sicher sehr viele Füchse hat überleben lassen, die sonst keine Chance gehabt hätten? Ich weiß es nicht.

Vergiftung: Die häufigste Fehldiagnose der Tiermedizin

06.04.2016
Von Ralph Rückert, Tierarzt

Neulich in einer Facebook-Gruppe: "Waren gestern beim Tierarzt. Tobi war plötzlich ganz seltsam apathisch, hat sich übergeben und gezittert, ganz schnell geatmet. Der Tierarzt hat gesagt, dass es wahrscheinlich Rattengift war und hat ihm mehrere Spritzen gegeben. Heute geht es ihm Gott sei Dank wieder gut." Rattengift? Also ein Cumarinderivat, ein Gerinnungshemmer? Diagnostiziert so ganz ohne den Nachweis von Blutungen und ohne Gerinnungstest??? Nö, ganz sicher nicht, zumindest nicht, wenn es dem Hund nach einmaliger Behandlung wieder ganz prima geht. Bei einer Cumarinvergiftung muss man nämlich über einige Tage behandeln, um den Patienten zu retten. Also: Fehldiagnose! Dass es dem Patienten besser geht, ist allein seinen Selbstheilungskräften und/oder der zufälligen Anwendung des richtigen Medikaments zu verdanken.

Mitte 2016: Unser Umzug in die Römerstraße 71

21.03.2016

So, allmählich wird es Zeit, ein wenig die Trommel zu rühren. Viele unserer Stammkunden wissen es schon: Mit unseren bisherigen und reichlich unpraktisch geschnittenen Praxisräumlichkeiten kommen wir einfach nicht mehr klar. Dementsprechend werden wir unseren Standort Mitte dieses Jahres verlegen, und zwar in die Römerstraße 71.

Zecken und Co. - Ein Dauerthema

19.03.2016

Von Ralph Rückert, Tierarzt


Die Prophylaxe von Ektoparasiten (Zecken, Flöhe, Mücken, etc.): Bei kaum einem anderen Thema differieren die Sichtweisen von Tierarzt und Tierbesitzern so krass wie bei diesem. Als Tierarzt neigt man dazu, die Fragestellung für banal zu halten, mit den Schultern zu zucken und zu sagen "Dann nimm halt dieses oder jenes, und gut isses", während es die Tierbesitzer so richtig umtreibt, wie man im Netz tausendfach nachlesen kann. Also ist jetzt doch mal ein Artikel dazu fällig.

Dinge, auf die SIE achten sollten!

16.03.2016

Von Ralph Rückert


Ich sag's immer wieder: Die meisten Kolleginnen und Kollegen leisten angesichts der grundsätzlichen Probleme der Tiermedizin (nicht kommunikationsfähige Patienten, Besitzer mit himmelhohen Erwartungshaltungen, nach wie vor weit verbreitetes Generalistentum) wirklich gute Arbeit. Es gibt aber ein paar wenige fachliche Sünden, auf die ich immer wieder mit einem gewissen Unverständnis stoße und gegen die Sie sich und Ihr Tier aktiv schützen sollten. Das ist übrigens ein Artikel, der eventuell im Laufe der Zeit immer mal wieder aus der Versenkung geholt und um weitere Punkte ergänzt werden wird.

Homo erectus und Urwolf: Das sollen Vorbilder sein?

02.03.2016

Von Ralph Rückert, Tierarzt


Wenn Sie gerade überlegen, was Sie Ihrer Familie heute zum Abendessen servieren wollen, wenn Sie sich gerade fragen, wie Sie auf den Fünfer in der Mathearbeit Ihrer Tochter angemessen reagieren sollen, wenn Sie sich gerade den Kopf zermartern, wie Sie die hübsche Blondine aus dem Büro nebenan auf sich aufmerksam machen könnten, interessiert es Sie dann, was der Typ auf dem Bild sich als Abendmahlzeit gegönnt, wie er seine Kinder erzogen und wie er sich seine Lebensabschnittsgefährtin geangelt hat? Von einzelnen Anhängern der Steinzeit-Diät mal abgesehen: Wohl eher nicht, oder?

Tierkrankenversicherung - sinnvoll oder nicht?

24.02.2016

Von Ralph Rückert, Tierarzt


You never need a gun, until you need one badly! Du brauchst nie eine Pistole, bis du mal ganz dringend eine brauchst. Der Spruch lässt sich sinngemäß auch prima auf Versicherungen anwenden. Im Gegensatz zu anderen Ländern wie beispielsweise Großbritannien und Schweden kommen Tierkrankenversicherungen hierzulande nach wie vor nicht so richtig aus den Puschen. Für wen macht so eine Versicherung Sinn?

Heilig, heilig, heilig ist der Kampfhund

10.02.2016

Von Ralph Rückert, Tierarzt


Viele werden schon allein die Überschrift als Provokation empfinden, und genau so ist sie auch gemeint - als Provokation, die mal kurz zum Nachdenken anregen soll. Wenn man regelmäßig in den sozialen Netzwerken der Hundebesitzer unterwegs ist, wird einem schnell klar (gemacht!), dass der Begriff "Kampfhund" ein absolutes No-Go ist und Listenhunde (besser: "Listis") sowieso alle mit einem Heiligenschein geboren werden.

Hypothyreose-Hotlines: Allenfalls die zweitschlechteste Lösung

24.01.2016

Von Ralph Rückert, Tierarzt


Als ich im April 2015 den Artikel "Das Phantom: Die subklinische Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) beim Hund" veröffentlichte, bekam ich nicht wenige erboste Kommentare dafür, dass ich die bei diesem Krankheitsbild weit verbreitete Beratung durch sogenannte Schilddrüsen-Spezialisten per Telefon- oder Mail-Hotlines als tiermedizinisch zweifelhaft bezeichnet hatte. Nicht, dass mich das arg erschreckt hätte. Man kann sich ja auch bitterböse Kommentare einfangen, wenn man nur feststellt, dass die Kondensstreifen am Himmel keineswegs Chemtrails sind. Trotzdem ist mir in den letzten Monaten die Fragestellung, ob man dieses so schwer greifbare Krankheitsbild wirklich per Fernberatung behandeln kann und sollte, nicht mehr aus dem Kopf gegangen.

Das Phantom: Die subklinische Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) beim Hund

23.01.2016
Von Ralph Rückert, Tierarzt

In dem Theaterstück "Schilddrüsenunterfunktion (SDU, Hypothyreose)" stehen zwei Hauptdarsteller auf der Bühne im Rampenlicht: Der Held, die klassische Hypothyreose mit ihren zwar vielfältigen, aber oft auch recht deutlichen Symptomen, und daneben der Hochstapler, das Euthyreoidale Krankheitssyndrom (Euthyroid Sick Syndrome, auch Non-thyroidal Illness bzw. NTI genannt). Hinter den beiden aber, im Halbdunkel, schleicht ein schwer greifbares Phantom durch die Kulissen: Die subklinische Hypothyreose!

Impfen zum Dritten: Vertrauen und Wertschätzung

15.01.2016

Von Ralph Rückert, Tierarzt


Nachdem ich in "...und beschütze mich vor vor den scheußlichen Pocken..." meine grundsätzliche Einstellung zu Impfungen (tolle Sache!) dargestellt und in "Hunde und Katzen richtig impfen" die nach heutigem Stand der Wissenschaft korrekte Vorgehensweise zur Vermeidung von sowohl zu wenig als auch zu viel Impfen erläutert habe, mache ich unseren Kunden in diesem dritten Artikel meiner Impf-Serie ein Angebot, das geeignet sein sollte, jegliches Misstrauen bezüglich vorsätzlichem Überimpfen aus finanziellen Interessen ein für allemal auszuräumen.

Hunde und Katzen richtig impfen: Eine Positionsbestimmung

10.01.2016

Von Ralph Rückert, Tierarzt


Meine lieben Leserinnen und Leser, ein Wort zur Warnung: Auf diesen über 5000 Wörter umfassenden Artikel muss man sich einlassen wollen. Das Thema ist in meinen Augen viel zu komplex, um es in Kurzform abhandeln zu können. Fangen Sie am besten erst an zu lesen, wenn Sie auch ein wenig Zeit übrig haben. Vielleicht ein Glas Wein, eine große Tasse Kaffee, ein paar Zigaretten? Fertig? Also, los geht’s!


Nach wie vor beschweren sich (praxisfremde) Leser unserer Facebook-Seite in Kommentaren bitterlich, dass ihre Hunde und Katzen jedes Jahr gegen alles geimpft würden, was der Impfstoff-Kühlschrank hergibt. Und nach wie vor sehe ich Impfpässe von zu uns wechselnden Kunden, die belegen, dass nicht wenige Kolleginnen und Kollegen das tatsächlich so handhaben und ihre Patienten unbeirrt massiv überimpfen. So viele Jahre nach Veröffentlichung der maßgeblichen Impfleitlinien kann einem das natürlich nicht gefallen.

...und beschütze mich vor den scheußlichen Pocken und allem Übel. Amen!

03.01.2016

Von Ralph Rückert, Tierarzt


So steht es am Ende eines Gebets aus dem 9. Jahrhundert: Beschütze mich vor den scheußlichen Pocken und allem Übel. Amen! Es gab zu dieser Zeit sicher genug Übel, weit mehr, als wir uns heutzutage vorstellen können. Welchen unsäglichen Schrecken müssen die Pocken bedeutet haben, dass der Schutz vor ihnen an erster Stelle, vor allem anderen Übel, erfleht wurde.

Der MDR1-Gendefekt bei Hunden

19.12.2015
Von Ralph Rückert, Tierarzt

Ich gehe mal davon aus, dass das Problem MDR1-Gendefekt den meisten Besitzern von Hunden der betroffenen Rassen bekannt sein sollte. Gerade deswegen bin ich aber auch verdutzt darüber, wie viele Vertreter hochgradig gefährdeter Rassen rumlaufen, die nicht auf diesen Defekt getestet wurden und die damit nicht nur durch Ivermectin-haltige Pferdeäpfel, sondern auch durch ganze Gruppen von Medikamenten gefährdet werden können, ohne dass man das voraussehen könnte. Diese Tatsache kann sich unter vielen denkbaren Umständen, nicht zuletzt bei nicht planbaren Narkosen, fatal auswirken.

Silvester: Finger weg von Acepromazin

03.12.2015
Von Ralph Rückert, Tierarzt

Letztes Jahr habe ich diese Informationen erst viel zu spät, nämlich am 27. Dezember gepostet. Diesmal bin ich früher dran, noch gute vier Wochen bis zu diesem schlechten Tag für alle Besitzer von Hunden mit Feuerwerksangst.

Darmbarriere und Nulldiät

28.11.2015
Von Ralph Rückert, Tierarzt

Ein auch Aas, Kot und Lebensmittelabfälle nicht verschmähendes Raubtier wie der Hund, genetisch gesehen irgendwo auf dem langen Weg vom Fleisch- zum Allesfresser, fängt sich in seinem Leben so einige Magen-Darm-Geschichten mit Durchfall und/oder Erbrechen ein. Bei jeder dieser Episoden muss man davon ausgehen, dass die Darmbarriere zumindest zeitweise in ihrer Funktion gestört ist. Das bringt Risiken mit sich, die man im Kopf behalten sollte.

Da ist was im Busch: Die Leishmaniose beim Hund

21.11.2015
Von Ralph Rückert, Tierarzt

Leishmaniose? Eine von Mücken übertragene Krankheit als Thema im November? Stimmt, eigentlich nicht ganz passend. Andererseits: Wenn man erst darüber schreibt, sobald sich schon wieder die ersten Hundebesitzer auf den Weg in südliche Gefilde machen, ist es auch zu spät. Außerdem habe ich eben jetzt gerade Lust auf dieses Thema und mute Ihnen dementsprechend zu, die Informationen für die kommende Saison abzuspeichern.

Giardien bei Hund, Katze und Mensch: Auf dem Weg zur Weltherrschaft?

07.11.2015
Von Ralph Rückert, Tierarzt

Darf ich vorstellen: Giardia intestinalis, alias G. lamblia, alias G. duodenalis, ein einzelliger Darmparasit, der sowohl den Menschen als auch viele andere Säugetiere, Reptilien und Vögel befallen kann. Bei Jungtieren und ganz allgemein bei immungeschwächten oder anderweitig erkrankten Individuen können Giardien relativ heftige Durchfälle auslösen. Die Behandlung kann sich hartnäckig gestalten, zu Todesfällen kommt es aber eigentlich nur bei Menschen und Tieren, die bereits durch andere Faktoren extrem geschwächt worden sind oder die keinen Zugang zu medizinischer Versorgung haben.

Das Salz des Lebens

17.10.2015

Von Ralph Rückert, Tierarzt


Neulich habe ich mal wieder so einen schlauen Internet-Artikel irgendeines Hundeportals gelesen, wie sie häufig in sozialen Netzwerken verbreitet werden: "Zehn gefährliche Lebensmittel für Ihren Hund - Was ist giftig für Hunde?". Als eines dieser zehn gefährlichen Lebensmittel wurde Salz genannt, und zwar ohne jede mengenmäßige Einstufung, gerade so, als ob schon ein Körnchen Salz für den Hund lebensbedrohlich giftig wäre. Ist eigentlich allen meinen Lesern klar, wie unsinnig das ist?

Warum überweisen wir so schnell und häufig?

14.10.2015
Von Ralph Rückert, Tierarzt

So manchem langjährigen Stammkunden unserer Praxis mag aufgefallen sein, dass wir seit einigen Jahren viel häufiger und schneller an Spezialisten überweisen als früher. Selbst Operationen oder diagnostische Maßnahmen, die ich technisch durchaus drauf habe, schicken wir gelegentlich weiter. Warum ist das so?

...und vergib ihm seine Schuld: Cesar Millan!

07.10.2015

Von Ralph Rückert, Tierarzt


Nach meinem letzten Artikel, in dem ich die unnötig harten und grausamen Erziehungsmethoden beklagt habe, die ich vor dreißig Jahren gegenüber meinem ersten Hund Watzmann angewendet hatte, wurde ich von mehreren Seiten gefragt, was ich in diesem Zusammenhang von Cesar Millan halten würde. Die Antwort ist einfach: Ich finde ihn und seinen weltweiten Einfluss auf die Methodik der Hundeerziehung extrem bedauerlich.

...und vergib uns unsere Schuld!

23.09.2015

Von Ralph Rückert, Tierarzt


In der Einleitungssequenz des Dokumentarfilms "Tough Love: A Meditation on Dominance & Dogs" aus dem Jahr 2012 erzählt meine inzwischen leider verstorbene Kollegin Sophia Yin, eine der besten Verhaltensspezialistinnen der USA, von einem ihrer ehemaligen Hunde, dem Boxer Max. Sophia beschreibt, dass Max dazu neigte, auf Anforderungen mit Aggressionen zu antworten, und erzählt dann, mit welch brutalen Methoden man damals auf so ein Problemverhalten reagierte, was für eine gute Schülerin sie (leider) in der Anwendung dieser Methoden war, wie sie scheiterte und letztendlich doch noch Trainer fand, die durch eine modernere Vorgehensweise einen Teilerfolg ermöglichten. Ab etwa Minute 1:30 des Films aber erzählt Sophia, zuerst noch ganz nüchtern, dass Max nie mehr zu dem Hund wurde, der er hätte sein können, weil sie es zuvor vermasselt hatte und weil selbst bei den moderneren Trainern immer noch zu viele Korrekturen (sprich Strafen) zum Einsatz kamen. Bei Minute 1:55 kommen Sophia vor Trauer über das, was sie ihrem Hund damals aus Unkenntnis angetan hat, die Tränen, und sie kann nicht mehr weitersprechen.

Katzen, Toxoplasmose und Schwangerschaft: Kurz und bündig!

19.09.2015
Von Ralph Rückert, Tierarzt

Es ist in der heutigen Zeit fast nicht zu glauben, aber es tauchen immer wieder Katzenbesitzer in meiner Praxis auf, die aufgrund des Ratschlags eines Gynäkologen ihre Katze(n) abgeben oder gar einschläfern lassen wollen, um ein Schwangerschaftsrisiko durch die Toxoplasmose zu vermeiden. Man könnte glatt in die Tischkante beißen ob der mangelnden Sachkenntnis und Ignoranz mancher Humankollegen, die hinter solch hanebüchenen Ratschlägen steckt.

Das ABAM-Konzept: Eine revolutionäre Fütterungsmethode für den Hund

09.09.2015

Von Ralph Rückert, Tierarzt


Nichts treibt viele Hundebesitzer mehr um, als die Ernährung ihres vierbeinigen Familienmitglieds. Unzahlen von Büchern, Internet-Foren und Facebook-Gruppen beschäftigen sich ausschließlich mit diesem Thema. Hunderte von Sorten Trocken- und Nassfutter, Selbstgekochtes, BARF, Prey Model Raw, Raw Meaty Bones, und das alles für eine Tierart, die ohne jedes Zögern ihre eigene Kotze frisst? Nein, das muss ein Ende haben! Hier ist die Revolution der Hundeernährung, das Ende aller Sorgen: ABAM - Abstauber Bekommen Alles Mögliche!

Das stille Leiden der Meerschweinchen: Blasensteine

29.08.2015
Von Ralph Rückert, Tierarzt

Um mal das Offensichtliche zu konstatieren: Unsere Haustiere können leider nicht mit uns reden. Deshalb braucht es oft aufmerksamste Beobachtung durch den Tierhalter und detektivisches Gespür des Tierarztes, um bestimmte Erkrankungen erkennen zu können. Dazu kommt, dass manche Tierarten leider Meister der stillen Duldung sind. Speziell Meerschweinchen und Kaninchen ertragen oft extrem schmerzhafte Zustände ohne einfach zu erkennende äußere Anzeichen. Zu diesen häufig mit großen Schmerzen verbundenen Krankheiten gehören die Steinleiden der Harnwege, also Nieren-, Harnleiter-, Blasen- und Harnröhrensteine.

Neues zur Impfung bei Katze und Hund: Impftiter-Schnelltest

24.08.2015
Von Ralph Rückert, Tierarzt

Seinerzeit waren wir die erste Praxis in der Region, die zwei- bzw. dreijährige Impfintervalle bei Hunden und Katzen umgesetzt hat; jetzt gibt es zu diesem Thema wieder etwas Neues zu berichten:
In den letzten zehn Jahren hat sich das Denken in Bezug auf die Impfungen bei Katze und Hund grundsätzlich gewandelt. Wo ich als Student und als junger Tierarzt noch gelernt habe, einfach jedes Jahr die volle Breitseite an möglichen Impfungen abzufeuern, sind wir heute bezüglich Viruserkrankungen nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO Vet) bei Impfintervallen von drei Jahren angekommen. Aber auch damit impfen wir höchstwahrscheinlich immer noch zu viel. Durch einen neuen Impftiter-Schnelltest, der in der Praxis durchführbar ist, während Sie darauf warten, können wir seit Anfang 2015 beim Hund für Staupe, Parvovirose und Hepatitis und bei der Katze für Katzenseuche und Katzenschnupfen ganz einfach feststellen, ob eine Auffrisch-Impfung überhaupt nötig ist. Als weiterer Vorteil wäre zu erwähnen, dass der Schnelltest nicht nur viel schneller, sondern auch preisgünstiger als die Titerbestimmung im Fremdlabor ist.

Die Vasektomie (Sterilisation) beim Rüden

12.08.2015
Von Ralph Rückert, Tierarzt

Dieser Tage haben wir mal wieder einen Rüden vasektomiert, dessen Besitzer mit ihm aus über 200 Kilometern Entfernung angereist ist, weil er in seiner Umgebung trotz intensiver Bemühungen keine Praxis und keine Klinik finden konnte, die diesen Eingriff hätte durchführen können bzw. wollen. Um es mal in aller Kürze zu sagen: Die Operation ist kein chirurgisches Wunderwerk, mit wenigen Komplikationen belastet und unter bestimmten Umständen durchaus sinnvoll!

Ein kleiner Vergiftungs-Ratgeber

02.08.2015

Von Ralph Rückert, Tierarzt


Als Tierhalter kann man zweifellos manchmal das Gefühl bekommen, dass an buchstäblich jeder Ecke Giftköder ausgelegt sind, die das Leben des vierbeinigen Familienmitglieds bedrohen. Zusätzlich gibt es auch noch Vergiftungen, die nicht vorsätzlich durch böswillige Menschen, sondern durch Fahrlässigkeit oder einfach Pech verursacht werden. Dieser Artikel soll Ihnen helfen, frühestmöglich einen Vergiftungsverdacht stellen zu können und darauf richtig zu reagieren.

AniCura und Evidensia: Tiermedizin als Investorenmodell?

22.07.2015

Von Ralph Rückert, Tierarzt


In den USA, in Großbritannien und Skandinavien sind sie für Tierbesitzer Alltag, hierzulande bisher noch so gut wie unbekannt: Tierarztketten in den Händen von Großinvestoren bzw. börsennotierten Aktiengesellschaften, die mit prall gefüllten Kriegskassen um die Vorherrschaft auf dem tiermedizinischen Markt kämpfen. In Deutschland wurde der Einstieg solcher Praxis- und Klinikketten bisher durch nationale gesetzliche Regelungen verhindert. Nun versuchen die schwedische AniCura Group und ihr Hauptkonkurrent Evidensia, beide Schwergewichte auf dem skandinavischen Tiermedizinsektor, von der Öffentlichkeit bisher völlig unbeachtet, einen Fuß in die Tür zu bekommen, und zwar genau hier in unserer Region. Ist das gut oder schlecht?

Feige Tierärzte x geizige Tierbesitzer = Pfusch am Zahn + Tierquälerei

18.07.2015

Von Ralph Rückert, Tierarzt


Was ist die häufigste Erkrankung der Welt bei Mensch, Hund und Katze? Parodontitis! Vier von fünf Hunden und Katzen entwickeln innerhalb ihrer Lebenszeit parodontale Erkrankungen, die häufig höchst aggressiv den Zahnhalteapparat zerstören und sowohl chronische Schmerzen verursachen als auch innere Organe in Mitleidenschaft ziehen. Wie wir Menschen aus eigener und teilweise schmerzhafter Erfahrung wissen, muss man diesbezüglich ständig am Ball bleiben. Dies um so mehr, als sowohl unsere als auch die Lebensspanne unserer Tiere heutzutage viel länger ist als noch vor einigen Jahrzehnten, die Zähne also auch entsprechend länger halten müssen.

Die Magendrehung beim Hund aus Sicht des Besitzers

08.07.2015

Von Ralph Rückert, Tierarzt


Es gibt wohl kaum einen Notfall, vor dem sich die Besitzer bestimmter Hunderassen so sehr fürchten wie vor der Magendrehung. Das ist auch tatsächlich voll und ganz berechtigt, handelt es sich doch um eine der dramatischsten Erkrankungen der Hundemedizin. In diesem Artikel werden wir uns damit befassen, was diesbezüglich aus Ihrer Sicht als Besitzer wichtig zu wissen ist.

Es ist Sommer!

30.06.2015
Von Ralph Rückert, Tierarzt

Nachdem die erste echte Hitzewelle jetzt da ist, vielleicht noch ein paar Gedanken zu den Gefahren dieser schönen Jahreszeit für unsere Haustiere. Wahrscheinlich langweile ich Sie damit (insbesondere meine Stammleser, die den Artikel schon vom letzten Jahr kennen), aber das muss ich wohl riskieren, denn wir haben seit der Praxiseröffnung vor über 25 Jahren jedes (!) Jahr Fälle erlebt, in denen Tiere genau diesen Gefahren, von denen die Rede sein soll, zum Opfer gefallen sind. Und wenn der Artikel ein oder zwei Tiere vor Schaden bewahrt, soll's mir die Mühe wert sein, jedes Jahr wieder darauf hinzuweisen.

Stinkteure Arzneimittel: Sind Tierärzte Wucherer?

23.06.2015
Von Ralph Rückert, Tierarzt

2011 brachte Bayer Animal Health das Floh- und Zeckenhalsband "Seresto" auf den deutschen Markt, nach den bisherigen Erfahrungen ein ausgereiftes und gutes Produkt, das sowohl insektizid/akarizid als auch repellierend wirkt. Wir haben es schon häufig verkauft, müssen aber zugeben: Wer es bei uns kauft, anstatt es im Internet zu bestellen, der zahlt gewaltig drauf. Warum? Sind wir geldgierige Wucherer?

Guter Tierarzt, schlechter Tierarzt?

03.06.2015
Von Ralph Rückert, Tierarzt

Wenn ich in einem meiner Beiträge irgend etwas kritisiere, und sei es nur das Wetter, kann man darauf wetten, dass irgendwo ein Kommentar auftaucht, der ungefähr lautet: "Stimmt, das Wetter ist schlecht. Es gibt aber auch jede Menge Tierärzte, die echt Scheiße sind!". Das läuft natürlich unter dem Stichwort "Themaverfehlung, setzen, Sechs!", aber wir können uns ja gern mal mit der Frage beschäftigen, wie man für sich einen guten Tierarzt findet.

Kackerl-Sackerl - Ich kapier's nicht!

30.05.2015
Von Ralph Rückert, Tierarzt

Mit den Jahren wird man ja idealerweise zunehmend altersmilde und regt sich nicht mehr so leicht über jede Kleinigkeit auf. Ich kann für mich selbst feststellen, dass das in vielen Bereichen tatsächlich zutrifft, aber eine Sache macht mich nach wie vor nicht nur stinksauer, sondern auch ganz wirr, einfach weil ich es nicht verstehe: Warum in aller Welt tütet man die Hinterlassenschaften seines Hundes fein säuberlich ein und pfeffert dann das gefüllte Kackerl-Sackerl (so wird das in Wien genannt) einfach in die Landschaft?

Epilepsie bei Hund und Katze - Der Stand der Dinge

12.05.2015

Von Ralph Rückert, Tierarzt


Am 28.09.14 habe ich meinen Artikel "Epilepsie - Eine Krankheit, die Angst macht" hier im Blog veröffentlicht und war vom ersten Tag an nicht richtig zufrieden damit. Irgendwie hatte ich die ganze Zeit das Gefühl, dass ich mit diesem doch recht kurzen Aufsatz dem gewichtigen Thema nicht wirklich gerecht geworden bin. Man muss aber auch mal ein wenig abwarten können, denn nun hat sich eine sehr gute Gelegenheit ergeben, das Thema nochmal anzugehen und deutlich gründlicher zu beleuchten. In der April-Ausgabe der Fachzeitschrift "Kleintierpraxis" haben die Kolleginnen Andrea Tipold, Arianna Maiolini, Jasmin Nessler und Veronika M. Stein von der Tierärztlichen Hochschule Hannover die Übersichtsarbeit „Epilepsie bei Hund und Katze“ veröffentlicht, die das derzeitige Wissen zu dieser Erkrankung in Form eines Review zusammenfassen soll. Ich werde diese Arbeit natürlich nicht abschreiben, sondern mich bemühen, Ihnen die wesentlichen Aussagen, kombiniert mit eigenen Gedanken, in für Laien verständlicher Form darzulegen, so dass Sie nach dem Lesen meines Artikels hoffentlich das Gefühl haben, über dieses Thema gut informiert zu sein.

Gemeinsam gegen den Giftköder-Terror

06.05.2015

Von Ralph Rückert, Tierarzt


Letzte Woche, beim Morgenspaziergang mit Nogger, waren wir die Ersten, die mit weißem Puder überstreute Wienerlestückchen in Wiblingen gefunden haben. Genau die gleiche Art von Ködern tauchte später am Tag auch auf dem Hochsträß auf. Wir mussten dann auch mehrere Hunde vorsorglich behandeln, die verdachtsweise von diesen Ködern gefressen hatten. Ich kann mir nicht helfen, aber irgendwie nehme ich das persönlich. Es ist an der Zeit, etwas gegen dieses hirnrissige Verhalten einiger weniger zu unternehmen. Deshalb haben wir uns mit der großen regionalen Facebook-Gruppe Dogs Ulm / Neu-Ulm zusammengetan, um eine Aktion zu starten, die wir Ihnen hier vorstellen wollen.

Gut sozialisiert? Nö, gut traumatisiert!

22.04.2015

Von Ralph Rückert, Tierarzt


Ehre, wem Ehre gebührt: Die Idee für diesen Artikel habe ich aus dem gleich betitelten Blog-Eintrag von Andre Yeu, dem Besitzer der Hundeschule "When Hounds Fly" in Toronto.


Genau so wie Andre wird es mir immer wieder mal schwindlig, wenn ich beobachte, was bei sogenanntem freien Hundespiel so alles passiert und was für psychische Langzeitschäden da gerade gesetzt werden, während die Besitzer das Ganze nichtsahnend lächelnd beobachten und sich in dem guten Gefühl sonnen, dass sie ihrem Hund in Bezug auf seine Sozialisation gerade was richtig Gutes tun.

BARF, Prey Model Raw, Raw and Meaty Bones, Rohfütterung: Eine Positionsbestimmung

09.04.2015

Von Ralph Rückert, Tierarzt


Dafür, dass nur 8 Prozent der Hunde und ein sicher noch deutlich geringerer Anteil der Katzen in Deutschland mit selbst zusammengestellten Rationen (ob roh oder gekocht) gefüttert werden, ist das Internet-Getöse um dieses Thema beeindruckend lautstark. Aus unserer Sicht besonders ärgerlich dabei: Ständig werden die Tierärzte als die teuflischen Schergen einer auf die gesundheitliche Auslöschung Ihres Tieres zielenden Futtermittelindustrie dargestellt. Es nervt! Deshalb hier eine kurze Klarstellung.

Entspannen Sie sich! Bitte!

02.04.2015
Von Ralph Rückert, Tierarzt

Sie kommen zu mir, um Rat und Hilfe zu erhalten. Was auch immer ich Ihnen in diesem Zusammenhang zu sagen habe, ist gern mal nicht ganz unwichtig für Sie und Ihr Tier. Ich bin also dringend darauf angewiesen, im Rahmen dieser Kommunikation Ihre volle Aufmerksamkeit zu genießen. Dies wird aber nicht selten dadurch zunichte gemacht, dass Sie sich dafür verantwortlich fühlen, was Ihr Tier während unseres Gesprächs so alles in meinem Sprechzimmer anstellt. Das ist nachvollziehbar, denn überall sonst ist das auch dringend erforderlich. In unserer Praxis gelten aber andere Regeln. Deshalb: Bitte, bitte, entspannen Sie sich!

Die ewige Frage: Halsband oder Geschirr?

25.03.2015
Von Ralph Rückert, Tierarzt

Banale Fragestellung? Mitnichten! Das Problem spaltet buchstäblich die Hundewelt, wie sich in den einschlägigen Diskussionsforen schnell feststellen lässt. Für die Befürworter des Geschirrs scheint ein am Halsband geführter Hund oft ein Opfer von anzeigepflichtiger Tierquälerei zu sein, während die Mehrheit der Halsbandnutzer die Geschirrfraktion für durchgedrehte Tierschutz-Taliban hält. Die Diskussionen zwischen den beiden Lagern werden in der Regel mit höchster Emotionalität geführt.

Unser Tierarzt-Blog: Wie geht es weiter?

22.03.2015
Von Ralph Rückert, Tierarzt

Ursprünglich habe ich mit diesem Blog angefangen, um unsere Kunden über tiermedizinische Themen von allgemeinem Interesse zu informieren und ihnen außerdem einen ehrlichen Einblick in unsere persönlichen Überzeugungen, unsere Emotionen und hinter die Kulissen der Tiermedizin zu gewähren. Einige meiner Artikel haben sich über die sozialen Netzwerke und durch Nachveröffentlichung auf verschiedenen Webseiten und in Printmedien sehr weit verbreitet, so dass der Blog inzwischen auf monatliche Zugriffszahlen im fünfstelligen Bereich kommt. So viel Aufmerksamkeit ist natürlich des Bloggers Traum, bedeutet aber auch sehr viel Arbeit. Wie soll's also weiter gehen?

Hundezucht und Tiermedizin: Ein zum Zerreißen gespanntes Verhältnis

16.03.2015

Von Ralph Rückert, Tierarzt


Wenn Sie mal so richtig Bock haben, Ihren Tierarzt ordentlich zu ärgern, müssen Sie auf einen guten medizinischen Ratschlag nur antworten: "Mein(e) Züchter(in) hat aber gesagt, dass...". Ich kann Ihnen versprechen: Wirkt immer und sehr nachhaltig! Das Verhältnis zwischen Ihnen und Ihrem Tierarzt wird danach nie mehr das selbe sein.


Das mag jetzt satirisch überspitzt formuliert sein, aber da steckt schon viel Wahres drin. Aus Sicht von uns Tierärzten gehört dieser Halbsatz auf jeden Fall zu den Top-Ten der schlimmsten Äußerungen von Kunden. Warum?

Welches Haustier für mein Kind?

09.03.2015

Von Ralph Rückert, Tierarzt


In meinem Blog-Artikel über Kaninchen habe ich betont, dass Kinder nach Abklingen der ersten Begeisterung oft feststellen müssen, dass Kaninchen gar nicht die kuschligen und anschmiegsamen Streicheltiere sind, die sie eigentlich haben wollten. In einem Kommentar wurde daraufhin die Frage aufgeworfen, welche Tierart sich meiner Meinung nach am besten für Kinder eignen würde. Wirft man einem Blogger so eine Frage in den Schoß, darf man sich nicht wundern, wenn die Antwort etwas länger ausfällt.

Das Kaninchen: Ein schwieriges Haustier

21.02.2015

Von Ralph Rückert, Tierarzt


Kaninchen sind flauschig und süß, sie lassen Kinderherzen höher schlagen. Und da sie in den Zoomärkten für sehr wenig Geld zu haben sind, lassen sich Eltern gern mal breitschlagen. Spontan und ohne sich vorab zu informieren wird so eine kleine Fellkugel gekauft, denn jeder weiß: Kaninchen sind anspruchslose und einfach zu haltende Haustiere. Nur: Das stimmt leider nicht! Ich halte das Kaninchen für eines der schwierigsten Haustiere überhaupt. Mir fällt kein anderes populäres Haustier ein, das so häufig unter falschen Haltungsbedingungen und den daraus resultierenden Folgen zu leiden hätte.

Die Kaskadenregel: Von rechtlichen und politischen Zwängen

19.02.2015

Von Ralph Rückert, Tierarzt


Vielen Besitzern chronisch kranker und auf Dauermedikation angewiesener Tiere fällt irgendwann auf, dass in der Apotheke Human-Arzneimittel mit haargenau dem gleichen Wirkstoff, wie er in ihrem Tiermedikament enthalten ist, deutlich billiger angeboten werden. Dauermedikamente gehen oft ordentlich ins Geld, und zwar Monat für Monat. Da stellt sich natürlich schnell die Frage, ob die (Obacht: Ironie!) berüchtigsten Abzocker der Nation, die Tierärzte, hier mal wieder ihr Unwesen treiben.

In bester Absicht und doch zu viel?

11.02.2015

Von Ralph Rückert, Tierarzt


Für so manchen Hundebesitzer ist es ein feststehender Glaubenssatz, dass man Hunde richtig auslasten müsse, ihnen sozusagen Action ohne Ende bieten sollte. Agility, Obedience, Dog-Dancing, Man-Trailing, Longieren - der Angebote gibt es viele und sie werden auch zunehmend wahrgenommen. Von Kindesbeinen an ist der Hund eingebunden: Welpengarten, Junghundetraining, Fortgeschrittenenkurs. Der moderne und verantwortungsbewusste Hundehalter ist bestens informiert, hat eine ganze Bibliothek an Fachliteratur und ist in diversen Internetforen aktiv. Kurz: Man - und da nehme ich mich nicht aus - will das Beste für seinen Hund! Schließlich gilt der Satz: Für uns sind es nur ein paar Jahre, für ihn sein ganzes Leben. Aber: Schießen wir eventuell über das Ziel hinaus? Kann man auch zu viel machen?

Zwei kurze Anmerkungen für Kaninchenfreunde

04.02.2015

Von Ralph Rückert, Tierarzt


Was Kaninchen angeht, brennen mir diese Woche zwei Themen unter den Nägeln, die einerseits beide irgendwie nicht genug für einen ganzen Artikel hergeben, andererseits aber dringend mal erwähnt werden müssen.

Der Stubentiger: Die Katze in Wohnungshaltung

25.01.2015

Von Ralph Rückert, Tierarzt


So über den Daumen würde ich schätzen, dass etwa ein Drittel meiner Katzenpatienten als Wohnungskatzen gehalten werden. Um es gleich vorweg zu nehmen: Die Wohnungshaltung von Katzen ist entgegen aller anderslautenden Internet-Latrinenparolen sicherlich keine Tierquälerei, sondern nach allgemeiner Expertenmeinung durchaus artgerecht möglich. Allerdings ist der Mensch bei dieser Haltungsform deutlich mehr gefordert als bei Katzen mit Freigang. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten zu diesem Thema.

Tollwut-Impfung: Wirklich noch nötig? (Aktualisierung des Artikels von 2013)

18.01.2015

Von Ralph Rückert, Tierarzt


Schon 2008 wurde Deutschland von der Weltgesundheitsorganisation WHO zum tollwutfreien Land erklärt. Ist es 7 Jahre später wirklich immer noch nötig, unsere Katzen und Hunde gegen Tollwut zu impfen?

Dunkle Tage, dunkle Gedanken...

06.01.2015
Von Ralph Rückert, Tierarzt

Ich liebe meinen Beruf! Wirklich! Trotzdem überkommt mich - speziell in dieser dunklen Jahreszeit - manchmal das ungute Gefühl, dass man als freiberuflich tätiger Tierarzt langfristig nur vier Möglichkeiten hat: Man wird mit den Jahren ein von allem Mitgefühl befreiter und maximal dickfelliger Kotzbrocken, man landet irgendwann mit einem Burnout oder einem depressiven Schub in der Psychiatrie, man bringt sich um oder man schafft es - was natürlich am erstrebenswertesten erscheint - mehr oder minder lädiert glücklich bis in den Ruhestand.

Für einige vielleicht überraschend: In vielen westlichen Ländern belegen Tiermediziner beiderlei Geschlechts regelmäßig und mit weitem Abstand den ersten Platz in der Selbstmord-Statistik.

Allgemeine und Eingehende Untersuchung: Dreh- und Angelpunkt der Tiermedizin

17.12.2014
Von Ralph Rückert, Tierarzt

Aus einem Internet-Forum: "Freitag musste ich direkt wegen Impfung zum Tierarzt. Gestern Abend hab ich mir erstmals die Rechnung angeschaut und bin irgendwie stutzig geworden: Zunächst ist dort "Allgemeine Untersuchung mit Beratung" aufgeführt. Ist ja auch okay. Ich denke, dass es üblich und auch positiv ist, dass sich der Tierarzt vor der Impfung ein Bild vom Gesundheitszustand des Hundes macht (Kontrolle der Zähne, Augen, Ohren). Weiter unten steht allerdings noch mal "eingehende Untersuchung einzelner Organe" - was soll das bitte sein? Das Abhören des Hundes oder wie? Hätte jetzt gedacht, dass das auch zur allgemeinen Untersuchung gehört, wenn er das Hundchen mal kurz an Herz und Lunge abhört. Und damit meine ich wirklich kurz (so 10 - 20 Sekunden) und das ist für mich auch nicht "eingehend"! Und dafür berechnet der 9,88 Euro netto extra?"

Nichts, wirklich nichts, ist für korrektes tiermedizinisches Vorgehen so wichtig wie die Allgemeine (AU) und die Eingehende Untersuchung (EU). Und nichts, wirklich nichts, wird von vielen Kunden geringer geschätzt als diese beiden Tätigkeiten. Und nichts, wirklich nichts, könnte falscher sein!

Gedanken zum Leiden

20.11.2014
Von Ralph Rückert, Tierarzt

"Ich will auf keinen Fall, dass sie/er leidet!" Ein Satz, den wir so oder ähnlich formuliert sehr häufig hören, meist als Einleitung für eine Argumentation in Richtung Euthanasie. Des öfteren kann ich diese Willensäußerung nachvollziehen und ihr voll und ganz zustimmen, manchmal aber auch überhaupt nicht. Leid - das wirkt auf den ersten Blick wie ein ganz einfacher und konkreter Begriff. Aber was ist Leid genau? Und in welchen Fällen ist das Leiden eines Haustieres inakzeptabel, in welchen hinzunehmen?

Geschafft: Wir sind GVP-Tierarztpraxis!

08.11.2014

Von Ralph Rückert, Tierarzt


Vielleicht ist einigen von Ihnen aufgefallen, dass wir in den letzten Wochen manchmal ein bisschen gestresst gewirkt haben. Das hatte seinen guten Grund, denn am Mittwoch, den 22. Oktober 2014, wurden wir und alle Bereiche unserer Praxis durch einen Auditor des SGS Institut Fresenius über Stunden auf Herz und Nieren geprüft. Diese Prüfung haben wir mit dem Traumergebnis von 99,07 Prozent bestanden. Wir sind stolz wie Bolle, dass unsere Praxis damit ab jetzt Mitglied in einem sehr kleinen und exklusiven Kreis von Praxen und Kliniken geworden ist, die das GVP-Qualitätssiegel des Deutschen Tierärzteverbandes BPT führen dürfen.

Kastration beim Hund (Teil 2) - Fragen und Antworten

24.10.2014
Von Ralph Rückert, Tierarzt

Mein vor einer Woche veröffentlichter Artikel "Kastration beim Hund - Ein Paradigmenwechsel" hat sich im Netz unerwartet weit verbreitet und überwältigende Zustimmung erfahren, und zwar nicht nur von Seiten der Hundehalter, sondern auch aus Teilen der Kollegenschaft. Trotzdem hat er auch - wenig überraschend - einige Fragen aufgeworfen und Verunsicherungen ausgelöst, auf die ich in diesem Folgebeitrag näher eingehen möchte.

Die Kastration beim Hund - Ein Paradigmenwechsel

16.10.2014
Von Ralph Rückert, Tierarzt

Ich gehöre zu einer Generation von Tierärzten, der beigebracht wurde, eher beiläufig und ohne großes Nachdenken alles zu kastrieren, was nicht bei Drei auf dem Baum ist. Für einige Tierarten ist das auch nach wie vor der einzig gangbare Weg. Katzen beiderlei Geschlechts werden nun einmal erst durch die Kastration zu Haustieren. Auch Kaninchen und einige Nager können unkastriert eigentlich nicht artgerecht gehalten werden. Beim Hund waren wir aber bezüglich der Kastration nie in einer echten Zwangslage. Man kann mit entsprechendem Aufwand selbstverständlich intakte Rüden und Hündinnen völlig artgerecht halten. Andere Gründe waren ausschlaggebend: Die Prophylaxe verschiedener Erkrankungen, verhaltensmedizinische Probleme und die generelle Erleichterung der Haltung für den Besitzer. Den Vorteil der Unfruchtbarmachung hat man eher nebenbei mitgenommen. Wir lebten in der Überzeugung, dass wir den Hunden auf jeden Fall etwas Gutes tun. Diesbezüglich wird uns aber nun gerade der Teppich unter den Füßen weggezogen! Wenn Sie es irgendwo laut krachen hören, könnte das der Aufprall unseres kollektiven tiermedizinischen Hinterns auf dem Boden sein.

Kampf um Jimmy

06.09.2014
Von Ralph Rückert, Tierarzt

Prinzipiell behandeln wir alle Patienten so, als ob es unsere eigenen Tiere wären. Trotzdem kommt es ab und zu vor, dass das Schicksal eines bestimmten Tieres plötzlich und für das ganze Team zum alles beherrschenden Thema wird. Die letzten 10 Tage hat uns der Kampf um Jimmy, das Kaninchen, Tag und Nacht beschäftigt. Lassen Sie mich davon etwas ausführlicher erzählen, nicht aus Gründen der Selbstbeweihräucherung, sondern zur am realen Fall festgemachten Darstellung eines sehr wichtigen Problems der Kaninchenmedizin.

Zwingerhusten

30.08.2014
Von Ralph Rückert, Tierarzt

Zwingerhusten? Eigentlich kann ich diese Krankheitsbezeichnung nicht ab, weil sie absolut irreführend ist. Es ist zwar fachchinesisch, aber Infektiöse Tracheobronchitis (Ansteckende Luftröhren- und Bronchialentzündung) trifft es deutlich besser. Jeder Hund kann sich jederzeit anstecken. Zwingerhaltung hat nur insofern etwas damit zu tun, als die Krankheit unter Zwingerhaltungsbedingungen mit vielen Hunden in engem Kontakt zueinander auffällig heftig auftreten und sich wie ein Buschfeuer verbreiten kann. Deshalb also der allenfalls historisch zu begründende Begriff, den ich am liebsten abschaffen würde.

Kuhherde tötet Wanderin

30.07.2014
Von Ralph Rückert, Tierarzt

Am Montagabend ging folgende Meldung über die Newsticker: Neustift im Stubaital - Eine 45-jährige Wanderin aus Bad Dürkheim in Rheinland-Pfalz ist auf einer Alm im Stubaital in Österreich von 20 Kühen und Kälbern attackiert und tödlich verletzt worden. Wie die Polizei berichtete, war die Frau am Montag in dem eingezäunten Bereich in Tirol mit ihrem Hund auf einem Wanderweg unterwegs, als die Tiere plötzlich auf sie zuliefen und sie bedrängten. Laut Behörden sah es die Herde vermutlich auf den angeleinten Hund der Frau ab. Sie wurde an Ort und Stelle rund 45 Minuten lang reanimiert, starb jedoch an ihren Verletzungen, wie die ÖAMTC-Flugrettung der Nachrichtenagentur APA mitteilte.

Der Hund der Frau riss sich übrigens während des Vorfalls los und wurde nach neuesten Meldungen später unverletzt aufgegriffen.

So gut wie jeder, der wie wir gern (mit oder ohne Hund) in den Bergen wandert, hat schon Almwiesen überquert, auf denen Kuhherden standen. In den wenigsten Fällen ist das ein Problem, aber manchmal kann es leider richtig brenzlig werden.

Tierärzte - Die letzten Allrounder: Licht und Schatten

15.06.2014
Von Ralph Rückert, Tierarzt

Neulich wurde mir in einer Internet-Bewertung vorgeworfen, eine Fehldiagnose gestellt zu haben. Davon abgesehen, dass das eine Tatsachenbehauptung ist, die die bewertende Person beweisen können muss und deren Richtigkeit gerade auf meinen Antrag hin von dem Bewertungsportal überprüft wird: Glaubt denn wirklich irgend jemand, ich würde niemals eine Fehldiagnose stellen, eine falsche Therapie einleiten oder irgendeinen anderen Fehler machen? Nicht wirklich, oder? Denn wenn das so wäre, dann wäre ich ein Gott.

Paulas Operation

21.05.2014
Von Ralph Rückert, Tierarzt

Ich habe ja in einem der letzten Blog-Artikel (Ein Wechsel der Perspektive) schon angemerkt, wie sehr wir das Vertrauen in uns zu schätzen wissen, das für Sie als Besitzer notwendig ist, um Ihr Tier für eine Operation oder eine diagnostische Maßnahme in unsere Hände zu geben. Nun ist mir eingefallen, dass es für Sie durchaus von Interesse sein könnte, wenn ich Ihnen mal an einem Beispiel beschreibe, was da so alles passiert, während Sie nicht da sind.

Die Narkose beim Kaninchen: Wie ist der Stand der Dinge?

13.04.2014
Von Ralph Rückert, Tierarzt

Das Kaninchen und die meisten Nager sind Fluchttiere. Das Leben von Fluchttieren hängt von einem hochgradig entwickelten System aus superschnellen Reflexen und sehr spezifischen hormonellen Stressreaktionen ab. Genau das aber macht Fluchttiere zu sehr problematischen Anästhesie-Patienten. Eine gute Narkose schließt das effektive Ausschalten der meisten Reflexe mit ein. Es kann natürlich nicht sein, dass ein Kaninchen während der Operation plötzlich reflexartig mit den Hinterbeinen ausschlägt. Bis vor nicht allzu langer Zeit aber galt der Spruch, den ich mal von einer Kollegin gehört habe: Ein Kaninchen ohne Reflexe? Muss tot sein!

Eine gute Idee: Der Gelbe Hund!

02.04.2014
Von Ralph Rückert, Tierarzt

Es gibt Hunde, die dringend Abstand brauchen. Abstand von anderen Hunden oder Abstand von Menschen, manchmal auch von beiden. Schwierig nur, dass man erst auf eine gewisse Entfernung erkennen kann, dass jemand Abstand braucht, und dann ist es oft schon zu spät. Das Gelber-Hund-Konzept kann hier Abhilfe schaffen und auf ausreichende Distanz und ohne Worte mitteilen, dass ein Hund Abstand braucht. Es muss sich nur noch rumsprechen, und dazu wollen wir mit diesem Artikel beitragen.

Der "Wurmkur Irrtum"?

22.03.2014
Von Ralph Rückert, Tierarzt

Auf Facebook bzw. im Internet allgemein kursiert momentan ein Text, den Sie leicht finden können, indem Sie "Der Wurmkur Irrtum" als Suchbegriff bei Google eingeben. Die Verfasserin bzw. der Verfasser des Textes spricht sich gegen regelmäßige (strategische) Entwurmungen ohne vorherige Kotuntersuchung aus. Sie als Kunden unserer Praxis wissen, dass wir im Gegensatz dazu in vielen Fällen die Entwurmung in regelmäßigen Abständen entsprechend den von ESCCAP (European Council Companion Animal Parasites) formulierten Richtlinien favorisieren. Was ist nun richtig?

Albtraum Narkosezwischenfall

12.03.2014
Von Ralph Rückert, Tierarzt

Cora war eine fünfjährige, mittelgradig übergewichtige Kätzin mit einem Problem. Ein unter Eröffnung des Wurzelkanals abgebrochener Eckzahn mit resultierender Kieferentzündung bereitete ihr chronische Schmerzen. Der Zahn musste raus, weshalb Cora vorgestern in Narkose gelegt wurde. Ihr Gebiss wurde professionell gereinigt und der Eckzahn entfernt. 24 Stunden später starb Cora. Was war geschehen?

Erschreckende Zahlen - Unsere Haustiere als Jagdopfer

09.02.2014
Von Ralph Rückert, Tierarzt

Im Januar hat der Tierschutzbund die aktuellen, von den zuständigen Landesministerien und Jagdverbänden ermittelten Zahlen zu von Jägern erschossenen Katzen und Hunden veröffentlicht. Lediglich Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und das Saarland führen hierzu Statistiken. In den letzten 6 Jahren wurden in diesen Bundesländern mehr als 100.000 Katzen und über 700 Hunde von Jägern geschossen.

Selbstmedikation Ihres Haustieres? Vorsicht!

05.02.2014
Von Ralph Rückert, Tierarzt

Das Internet mit seiner Unzahl von Diskussionsforen trägt sicher viel zu diesem gefährlichen Trend bei: Tierhalter beraten sich gegenseitig bezüglich der Selbstmedikation ihrer Haustiere bei bestimmten Erkrankungen. Aber auch Menschen, die es definitiv besser wissen müssten - ich meine hier speziell Humanmediziner - versuchen ihre Kenntnisse eins zu eins auf das Tier zu übertragen, mit teilweise tragischen Folgen.

Ein Wechsel der Perspektive

08.01.2014
Von Ralph Rückert, Tierarzt

Meine Schulfreundin Susanne, die Frau eines humanchirurgischen Chefarztes, besteht immer schon darauf, dass ein Arzt erst dann ein wirklich guter Arzt sein kann, wenn er mal selbst als Patient im Krankenhaus gelandet ist. Das mag ein extremer Standpunkt sein, aber ein Wechsel der Perspektive führt durchaus auch bei hocherfahrenen Profis zu einem Lernprozess, wie wir letzte Woche erfahren durften.

Praxisbericht: Endlich genug Luft!

11.12.2013
Von Ralph Rückert, Tierarzt

Vor knapp einem Jahr habe ich das Thema ja schon mal hier im Blog angesprochen ("Ein Leben in Atemnot"), es ist mir aber so wichtig, dass ich gleich noch einmal darauf herumreite. Wer auch immer eine "Kurznase" wie Französische Bulldogge oder Mops hat, sollte sich unbedingt mal die Nasenlöcher ansehen.

Praxisbericht: Penisamputation beim Kater wegen Harnröhrenverlegung

06.11.2013
Von Ralph Rückert, Tierarzt

Ein Bericht aus der täglichen Praxis: Das ist Wuschel, ein noch relativ junger, kastrierter Kater, der im Haus gehalten wird. Wuschel haben wir erst am Sonntag kennengelernt, als er als Notfall zu uns in die Praxis kam, da er keinen Harn mehr absetzen konnte und sich arg quälte. Die Diagnose war schnell klar: Die Blase war zum Bersten gefüllt und darin fand sich im Ultraschall-Bild jede Menge Harngrieß (unzählige winzige Harnsteine). Offenbar hatte sich ein sogenannter "Plug" (englisch für "Stopfen") aus Grieß und anderem Material gebildet und die Harnröhre komplett verschlossen. Dies kann speziell beim Kater sehr leicht passieren, weil sich bei diesem die Harnröhre zur Penisspitze hin drastisch verengt. Diese Situation stellt aufgrund der Qualen für den Kater und die zunehmende Harnvergiftung einen klaren Notfall dar.

Das wird richtig teuer - was jetzt?

16.10.2013
Von Ralph Rückert, Tierarzt

Es passiert öfter als Sie vielleicht denken: Ein Unfall ist passiert oder eine schwere innere Erkrankung bedroht die Gesundheit Ihres Tieres. Nur entschlossenes Vorgehen verspricht Aussicht auf Erfolg, vielleicht ist gar die Hinzuziehung von Spezialisten nötig. Die von uns geschätzten Kosten aber treffen Sie wie ein Hammer. Ihr erster Gedanke ist: Das geht nicht, das kann ich nicht stemmen! Was jetzt?

Erste Hilfe mal anders gesehen

08.09.2013

Von Ralph Rückert, Tierarzt


Als ich vor einiger Zeit um Themenvorschläge für Blog-Artikel bat, wurde mehrfach "Erste Hilfe" genannt. Eigentlich offensichtlich! Warum habe ich bisher noch nichts dazu geschrieben? Ehrlich gesagt habe ich mich gedrückt, denn bei kaum einem anderen Thema klaffen Erwartungen und Realität so weit auseinander. Warum ist das so?

Myiasis: Der Fliegenmadenbefall beim Kaninchen

24.08.2013
Von Ralph Rückert, Tierarzt

Jetzt ist für dieses Problem Hochsaison und wir sehen wieder öfter Kaninchen, die von Fliegenmaden befallen wurden. Meine Frau und ich sind inzwischen seit 25 Jahren tiermedizinisch tätig, aber es gibt bis heute kein Krankheitsbild, das bei uns ein so starkes Entsetzen und Mitleid auslöst wie dieses. Dazu kommt, dass die Myiasis im Gegensatz zu anderen Krankheiten keineswegs schicksalshaft, sondern absolut vermeidbar ist.

Felines Fibrosarkom: Umstellung auf adjuvantienfreies Impfstoff-Programm

10.07.2013
Von Ralph Rückert, Tierarzt

Das feline Fibrosarkom, auch bekannt als impf- oder injektionsassoziiertes Fibrosarkom der Katze, tritt mit einer Wahrscheinlichkeit von 1:3600 bis 1:10000 in Folge von Hautverletzungen mit nachfolgender Entzündungsreaktion auf. Es handelt sich dabei um einen sehr gefährlichen, bösartigen Tumor der Haut bzw. Unterhaut, der nur bei frühzeitiger Entdeckung und mit hohem Aufwand erfolgreich entfernt werden kann.

Und was ist mit Katzen? Wie ernährt man die richtig?

15.06.2013
Von Ralph Rückert, Tierarzt

Nach drei langen Artikeln über die Ernährung des Hundes müssen wir uns auch mal kurz um die Katzen kümmern, und zwar wirklich kurz, denn bei der Katze gibt es deutlich weniger offene Fragen als beim Hund.

Im Gegensatz zum Hund, den wir inzwischen als funktionellen Allesfresser mit großer Fleischvorliebe bezeichnen können, ist die Katze ganz klar und ohne jeden Zweifel ein strikter Fleischfresser. Dazu kommt eine hochgradige Beute-Spezialisierung auf Kleinsäuger und - in viel geringerem Maß - Vögel, Reptilien und Insekten.

Hundefutter (Teil 3): Und nun? Dose? Trocken? Selber kochen? BARF?

12.05.2013

Von Ralph Rückert, Tierarzt


Nach den grundsätzlichen Überlegungen der vorausgehenden beiden Artikel müssen wir nun irgendwie den Sprung zur täglichen Praxis der Hundeernährung schaffen. Wie können wir unseren Hund vernünftig und gesund ernähren, damit es ihm an nichts fehlt?


Wie kann man als Laie überhaupt feststellen, ob ein Hund richtig ernährt wird? Das ist relativ einfach: Ein Hund, dem es an nichts fehlt, hat ein schönes, rassetypisches und geschlossenes Haarkleid und darunter eine gesunde Haut, hat Normalgewicht, ist seinem Alter und Trainingszustand entsprechend leistungsfähig, setzt, von Ausnahmen abgesehen, ein bis drei Mal täglich trockenen, festen Kot ab und frisst, von Ausnahmen abgesehen, seine Ration mit gutem Appetit.

Hundefutter (Teil 2): Der Hund ist ein Fleischfresser! Oder doch nicht?

28.04.2013
Von Ralph Rückert, Tierarzt

Im ersten Teil unserer Hundefutter-Serie haben wir diskutiert, dass es bezüglich der Nahrungsanforderungen eines Hundes sinnvoll sein kann, sich seine genetische Herkunft und seinen ursprünglichen Verwendungszweck ins Gedächtnis zu rufen. Das sind individuelle Eigenschaften. Der Haushund (Canis lupus familiaris) an sich gehört zoologisch in die Ordnung der Raubtiere (Carnivora) und wird dementsprechend auf Deutsch als Fleischfresser bezeichnet. Ist das korrekt?

Hundefutter (Teil 1): Wer ist mein Hund und woher kommt er?

17.04.2013
Von Ralph Rückert, Tierarzt

Letzte Woche haben wir Sie nach Themen gefragt, über die Sie gerne etwas lesen würden. Innerhalb von Sekunden kam der Vorschlag, mal etwas über Hundefutter zu schreiben. Da klatscht man sich als Blog-Autor natürlich vor die Stirn und fragt sich, wie man nur dieses schöne Thema bisher übersehen konnte.

Vielleicht war dieses Übersehen aber auch eine Art von freudscher Fehlleistung, denn mit diesem Thema betrete ich vermintes Gebiet. Nichts wird auf Hundeplätzen, bei Spaziergängen und nicht zuletzt auch im Internet mit mehr Eifer (und leider auch Fanatismus) diskutiert wie die korrekte Ernährung des Hundes. Man kann zu diesem Thema eigentlich nichts schreiben, ohne dass sofort jemand dagegen wäre. Das hat auch seinen guten Grund, denn auf endgültige Wahrheiten zu hoffen oder gar zu vertrauen, ist auf diesem Gebiet absolut nicht angebracht. Dementsprechend werden Sie hier auch keine einzige Empfehlung für ein bestimmtes Futtermittel einer bestimmten Firma zu lesen bekommen. Wir können nur versuchen, Ihnen mittels einer Serie von Artikeln zu diesem Thema bestimmte Gesichtspunkte nahe zu bringen, die Ihnen bei der Suche nach der für Ihren Hund passenden Ernährungsform hilfreich sein sollten.

Moderne Narkosen bei Hund und Katze

03.03.2013
Von Ralph Rückert, Tierarzt

Gestern war ich gerade dabei, einer Katze einen Venenkatheter für eine Narkose zu legen, als mir plötzlich auffiel, dass die zu diesem Zweck rasierte Stelle am Vorderbein für den Besitzer unschön oder sogar befremdlich wirken könnte. Vielleicht fragt sich ja so mancher, was das eigentlich soll. Früher war das doch auch nicht so, da hatten Hunde und Katzen nach einer Narkose keine rasierten Flecken an den Beinen. Deswegen hier eine kurze Erläuterung, warum eine Narkose, bei der Sie hinterher keine Rasurstelle an Ihrem Tier finden, nur veraltet und riskant gewesen sein kann.

Neu in unserem Team: Stefanie Brösamle

23.02.2013
Dürfen wir vorstellen: Frau Stefanie Brösamle, seit dieser Woche unsere neue Mitarbeiterin.

Haben Tierärzte und ihre Teams Angst vor Tieren oder was?

03.02.2013

Von Ralph Rückert, Tierarzt


Manche von Ihnen werden sowohl bei uns als auch in anderen Praxen eventuell schon mal erlebt haben, dass wir sehr schnell sind, wenn es darum geht, unsere Gliedmaßen vor einem Biss oder Krallenschlag in Sicherheit zu bringen. Manchmal zucken wir sogar zurück, obwohl sich Sekundenbruchteile später herausstellt, dass das Tier gar keine bösen Absichten verfolgt hat. Man könnte meinen, wir wären ein wenig ängstlich. Stimmt das?

Unser Dispensierrecht wird fallen - Komfortverlust für Tierbesitzer

21.01.2013
Von Ralph Rückert, Tierarzt

Tierärzte sind im Gegensatz zu Humanmedizinern im Besitz des Dispensierrechts: Sie dürfen als eine Art Tierapotheker Medikamente für die von ihnen behandelten (!) Tiere mit Gewinn verkaufen. Seit einiger Zeit haben Politiker auf nationaler und EU-Ebene, die im Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen dringend einen Schuldigen suchen, die Tiermedizin aufs Korn genommen. Ob das mit Blick auf die Humanmedizin, in der immer noch vielen Erkältungskranken in aller Eile eine Krankschreibung für den Rest der Woche und ein Rezept für ein (unwirksames) Antibiotikum aufgedrängt wird, die korrekte Stoßrichtung ist, wollen wir hier nicht erörtern. Fakt ist: Nach dem bisherigen Stand der Diskussion zu schließen, werden wir Tierärzte wohl über kurz oder lang unser Dispensierrecht verlieren. Was bedeutet das für uns und für Sie als Tierbesitzer?

Ein Leben in Atemnot - Das Brachycephalen-Syndrom

06.01.2013

Von Ralph Rückert, Tierarzt


Nach unseren Beobachtungen sind die Französische Bulldogge und der Mops in den letzten Jahren sehr populäre Hunderassen geworden. Auch wir mögen Bullies und Möpse aufgrund ihrer bezaubernden Charaktereigenschaften sehr gern. Vom tiermedizinischen Standpunkt her bereitet uns diese Entwicklung aber zunehmend Bauchschmerzen, denn beide Rassen gehören zu den sogenannten Brachycephalen, den Kurzköpfigen, und diese kommen mit einer schweren Atembehinderung auf die Welt und quälen sich damit ein Leben lang, wenn nichts dagegen unternommen wird.

Euthanasie - Die Emotionen (Teil 4)

29.12.2012
Von Ralph Rückert, Tierarzt

Wir haben bisher vom technischen Ablauf einer Einschläferung erzählt, haben die rechtlichen Bestimmungen erläutert und uns Gedanken darüber gemacht, was auf keinen Fall ein Grund für eine Euthanasie sein kann. Ein Thema bleibt noch, vielleicht das wichtigste überhaupt: Die mit der Einschläferung eines Haustieres verbundenen und unvermeidbaren Emotionen, und zwar für beide Seiten, Tierbesitzer und Praxis-Team.

Euthanasie - Ohne vernünftigen Grund (Teil 3)

21.12.2012
Von Ralph Rückert, Tierarzt

Im zweiten Teil unserer Artikelserie war viel die Rede vom vernünftigen Grund, der vorhanden sein muss, damit ein Tier getötet werden darf. Diese für Interpretationen offene Formulierung, die man mit etwas bösem Willen voreilig als Gummiparagraph bezeichnen könnte, macht in der Realität durchaus Sinn. Was als vernünftiger Grund gelten kann oder muss, hat sich aus einem gesellschaftlichen Konsens zu ergeben und ist zu keinem Zeitpunkt in Stein gemeißelt, sondern durchaus wandelbar. So kann ich auch nur in anekdotischer Form versuchen, Ihnen einen ungefähren Bezugsrahmen zu vermitteln, was auf keinen Fall ein vernünftiger Grund für die Tötung eines Tieres sein kann.

Euthanasie - Recht und Gesetz (Teil 2)

02.12.2012

Von Ralph Rückert, Tierarzt


Selbstverständlich und für Deutschland wenig überraschend ist die Euthanasie eines Tieres gesetzlich geregelt, und zwar kompromissloser als in jedem anderen Land der Welt. Die Auswirkungen der betreffenden Gesetzestexte sind aber für den Laien in ihrer Komplexität nicht so leicht zu verstehen und die daraus zu ziehenden Folgerungen oft überraschend.

Euthanasie - Der gute Tod (Teil 1)

29.11.2012
Von Ralph Rückert, Tierarzt

Heute beginnen wir mit einer mehrteiligen Artikelserie über das schwierigste Thema in der Tiermedizin, die Euthanasie. Der Begriff stammt aus dem Griechischen und setzt sich zusammen aus „eu“ für „gut“ und „thanatos“ für „Tod“, bedeutet also „der gute Tod“. Wir Tiermediziner bezeichnen den Vorgang etwas sachlicher und ungeschönter auch als „schmerzlose Tötung“. Wir finden, dass jeder Tierhalter sich mit diesem Thema frühzeitig auseinandersetzen sollte, denn auch ein noch junges Tier kann durch Unfall oder schwere Erkrankung so zu Schaden kommen, dass ein Weiterleben ohne schwerstes Leid nicht mehr möglich ist.

Katzeklo, Katzeklo, ja, das macht die Katze froh!

07.11.2012
Von Ralph Rückert, Tierarzt, Ulm

Oft berichten neu gebackene Katzenhalter freudestrahlend, dass ihr kleines Kätzchen es schon „kann“, sein Geschäft auf der Katzentoilette zu verrichten. Hinter dieser Wortwahl verbirgt sich ein weit verbreiteter Irrtum, der manchmal im weiteren Zeitverlauf verhängnisvolle Folgen hat.

Ein echtes Problem: Der nicht abgesagte OP-Termin

06.09.2012
Von Ralph Rückert, Tierarzt

Heute war es mal wieder so weit: Nach den morgendlichen Kontroll- und Blutentnahme-Terminen standen wir Gewehr bei Fuß für eine größere Zahnsanierung bei einer Katze. Eingeplant hatten wir dafür mindestens 90 Minuten. Wer uns noch fehlte, war der Patient.

Warum ich so gerne Dr. Dolittle wäre

19.08.2012
Von Ralph Rückert, Tierarzt

In den Internetforen liest man die Beschwerde allenthalben und in den Augen der eigenen Kunden sieht man sie auch manchmal: So viele Untersuchungen, Tests, Röntgenbilder, und dieser Blindfisch von Tierarzt weiß immer noch nicht, was meinem Arco oder meiner Minka fehlt!

Im Vergleich zu humanmedizinischen Allgemeinärzten brauchen Tierärzte wesentlich länger für das Erfragen des Vorberichts und/oder für die Untersuchung des Patienten. Die Fünf-Minuten-Termine, die man als menschlicher Kassenpatient bei von Fallpauschalen geplagten Ärzten eingeräumt bekommt, sind für Tierärzte nahezu undenkbar. Und unsere Laboruntersuchungen umfassen wesentlich mehr Parameter als die der Humanmediziner, sind also eher Suchprofile. Warum?

Vorsicht, den Hunden wird der Boden unter den Füßen zu heiß!

18.08.2012
Aua, das ist heiß, sehr heiß!!

Vorsicht bitte: Ungünstigste Bedingungen vorausgesetzt, kann der Asphalt bei einer Lufttemperatur von knapp über 30° mehr als 60° heiß werden.

Die Geschichte einer Internet-Bewertung

05.08.2012

Von Ralph Rückert, Tierarzt


Wer in erster Linie an Informationen und Nachrichten zum Thema Tiermedizin interessiert ist, sollte sich diesen (sehr langen) Artikel gar nicht erst antun. Ich habe ihn in eigener Sache geschrieben, um die Historie einer sehr negativen und verleumderischen Bewertung unserer Praxis bei Google darzulegen.

Milztumor - Ein Todesurteil? Oder ist Vorsorge möglich?

28.07.2012

Von Ralph Rückert, Tierarzt


Milztumore sind nach der Statistik eine der häufigsten bösartigen Erkrankungen des älter werdenden Hundes. Sie stellen etwa 40 Prozent der Tumore des Bauchraumes. In der überwiegenden Zahl der Fälle handelt es sich bei diesen Tumoren um Hämangiosarkome. Diese gehören zu den bösartigsten Sarkomen beim Hund. Sie metastasieren sehr häufig, das heißt, sie streuen Tochtergeschwülste in andere Organe, und zwar leider oft schon, bevor der eigentliche Tumor entdeckt wird. Die statistische Überlebenszeit bei einem Milz-Hämangiosarkom beträgt nur drei bis vier Monate. Was kann man tun?

Was ist ein Notfall?

08.07.2012
Von Ralph Rückert, Tierarzt

Letzte Woche habe ich versprochen, mal etwas näher darauf einzugehen, was ein Notfall ist und wie man den Zustand seines Tieres halbwegs zutreffend einschätzen kann. In den meisten Fällen ist es für uns bei der Annahme eines Notrufes wichtig, den allgemeinen Zustand Ihres Tieres möglichst genau einschätzen zu können. Seien Sie deshalb bitte auf Rückfragen von uns gefasst, wie zum Beispiel: Ist Ihr Tier noch ansprechbar bzw. geh- und stehfähig? Wann war die letzte Futteraufnahme? Wie ist die Farbe des Zahnfleisches über den Eckzähnen? Rot, rosa, blassrosa, weißlich oder bläulich? Haben Sie Harn- und Kotabsatz beobachten können? Wie ist die Körpertemperatur? Ist der Durchfall breiig oder wässrig? Welche Farbe hat der Kot, etc.. Diese Fragen helfen uns dabei, Ihren Notruf richtig einordnen und eventuell zeitsparende Vorbereitungen treffen zu können.

Notfall? Notdienst? Wählen Sie unsere Notrufnummer 0171/7449246!

27.06.2012
Von Ralph Rückert, Tierarzt

Mit Haustieren ist es wie mit Kindern: Notfälle passieren besonders gern in der Nacht oder am Wochenende. Wir wollen Ihnen hier eine kurze Anleitung geben, wie Sie am besten schnelle Hilfe finden.

Ein Plädoyer für den kleinen Hund

14.06.2012

Von Ralph Rückert, Tierarzt


Damit wir uns nicht missverstehen: Ich mag große Hunde sehr; ich liebe das Gefühl, wenn ein großer Hund sich vertrauensvoll an mein Bein lehnt oder seinen Kopf in meine Hand schiebt. Fast zwanzig Jahre lang hatten wir nur große Hunde. Als aber Nandi, unser Rhodesian Ridgeback, im September 2010 starb, haben wir uns bewusst für einen kleinen Hund entschieden. Viele von Ihnen kennen Nogger, unseren Patterdale Terrier, aus der Praxis oder von Facebook und YouTube. Anfangs war der Umstieg auf einen kleinen Hund eigentlich ein Kompromiss, um überhaupt noch einen Hund halten zu können. Unsere Tochter Shenja, die früher für das Hundesitting zuständig war, studiert inzwischen in Wien, und einen großen Hund kann man nun mal nicht überall hin mitnehmen. Inzwischen sind wir aber mit unserer Entscheidung überglücklich. Seit unserem ersten Hund, Rauhaardackel Watzmann, hatten wir ganz vergessen, wie einfach das Leben mit einem halben Zwerg doch sein kann.