Ralph Rückert
Tierarzt und Blogger
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Unser Tierarzt-Blog: Wie geht es weiter?

22.03.2015
Von Ralph Rückert, Tierarzt

Ursprünglich habe ich mit diesem Blog angefangen, um unsere Kunden über tiermedizinische Themen von allgemeinem Interesse zu informieren und ihnen außerdem einen ehrlichen Einblick in unsere persönlichen Überzeugungen, unsere Emotionen und hinter die Kulissen der Tiermedizin zu gewähren. Einige meiner Artikel haben sich über die sozialen Netzwerke und durch Nachveröffentlichung auf verschiedenen Webseiten und in Printmedien sehr weit verbreitet, so dass der Blog inzwischen auf monatliche Zugriffszahlen im fünfstelligen Bereich kommt. So viel Aufmerksamkeit ist natürlich des Bloggers Traum, bedeutet aber auch sehr viel Arbeit. Wie soll's also weiter gehen?
Ein Sechs-Punkte-Plan:

1. Angesichts der Zugriffszahlen auf den Blog wäre inzwischen mit Werbung für interessierte Firmen ein nettes Taschengeld zu verdienen. Das wird aber nicht passieren, jetzt nicht und auch nicht in Zukunft. Mit jeglicher Werbung (außer für uns selber, das müssen Sie uns erlauben!) würde ich meine Unabhängigkeit verlieren, und Sie könnten nicht länger sicher sein, dass die Informationen, die ich Ihnen gebe, nicht noch anderen Zielen dienen.

2. Das puristische (oder nackte?) Design des Blogs entsprang anfangs reiner Verlegenheit. Ich wollte schreiben, und zwar sofort, hatte aber nicht den blassesten Schimmer, wie ich mit einer Blog-Software umgehen sollte. Also habe ich mich - wie ich damals dachte, provisorisch - für ein extrem einfach zu bedienendes Blog-Modul ohne jeden Schnickschnack entschieden. Inzwischen gefällt es mir so, wie es ist. Nichts lenkt ab. Ich denke, das bleibt. Selbst die sicher von vielen vermisste Kommentarfunktion weiß ich mittlerweile angesichts der unterirdischen Diskussionskultur im Internet sehr zu schätzen. Falls es jemand nicht mitbekommen haben sollte: Auf unseren Seiten bei Facebook und GooglePlus werden die Artikel immer verlinkt, und dort haben Sie auch Gelegenheit zum Kommentieren.

3. Speziell von Kolleginnen und Kollegen wird gern mal die Länge meiner Artikel bemängelt, weil sie die Aufmerksamkeitsspanne des durchschnittlichen Patientenbesitzers überfordern würde. Auch auf Facebook lese ich gerne mal Kommentare im Sinne von "Sehr lang, aber lesenswert". Wenn Sie jetzt gerade nicken, dann muss ich Sie um Nachsicht bitten. Ich möchte in erster Linie für Leser schreiben, die einen Leitartikel in der "Zeit" in einem Rutsch bewältigen können, ohne hinterher notärztliche Betreuung zu benötigen. Meine Artikel werden also so lang bleiben, wenn nicht noch länger werden, sollte das jeweilige Thema es erforderlich machen.

4. Wieder von Kollegenseite höre ich ab und zu, dass meine Artikel zu sehr persönlich gefärbt, zu emotional und zu wenig wissenschaftlich wären. Das beruht auf einem grundsätzlichen Missverständnis: Die Beiträge sollen persönlich und emotional sein! Kühle Aufklärungstexte für Patientenbesitzer gibt es in Mengen, da besteht wenig Bedarf. Wie weiter oben schon erwähnt: Sie sollen einen Eindruck davon bekommen, wie ein Tierarzt, sein Team und auch die Tierärzteschaft im Ganzen ticken, was uns um- und antreibt.

5. Ein mir persönlich unangenehmer Punkt, aber es geht nicht mehr anders: Durch die weite Verbreitung mancher Artikel erhalte ich inzwischen pro Monat zig Nachrichten und Anrufe von Tierbesitzern, die nicht Patienten meiner Praxis sind und die mich um Rat zu tiermedizinischen Problemen ihrer Vierbeiner bitten. Meistens sind Fernbeurteilungen oder gar Ferndiagnosen unmöglich, unethisch und unprofessionell. Es gibt aber doch immer wieder Fälle, in denen ich helfen kann und helfen möchte. Es ist aber deutlich zu viel geworden, um es noch neben der täglichen Arbeit erledigen zu können. Deshalb treffe ich ab jetzt für solche Anfragen eine Regelung, die (Achtung!) natürlich nicht für unsere Kunden gilt. Wenn Sie als Leser(in) meines Blogs eine medizinische Frage an mich stellen wollen, dann rufen Sie bitte nicht in der Praxis an, sondern schreiben mir eine eMail. In dieser Mail sollten Ihr voller Name, Ihre Anschrift, Ihr Geburtsdatum (aus juristischen Gründen, sorry!) und Ihre Telefonnummer aufgeführt sein. Je nach Sachlage wird Ihre Frage dann per eMail oder per Telefonanruf möglichst schnell beantwortet. Eine den durchschnittlichen Aufwand nicht übersteigende Beratung wird Ihnen mit einem Pauschalbetrag von 50 Euro (plus Mehrwertsteuer!) berechnet. Bei deutlich erhöhtem Zeitaufwand entstehen entsprechend höhere Kosten, die aber dann vorab mit Ihnen besprochen werden. Nachrichten ohne die erwähnten Angaben können zukünftig nicht mehr beantwortet werden. Und ja, das soll ein ganz klein wenig abschreckend wirken für diejenigen, die von mir für lau eine zweite Meinung wollen, die sie dann ihrem eigenen Tierarzt unter die Nase reiben können. Wie gesagt, es tut mir leid, aber ich will den Kunden meiner Praxis ein guter Tierarzt bleiben, und wenn ich nur noch vor dem PC sitze und Anfragen beantworte, statt Fachartikel zu lesen, werde ich das nicht schaffen.

6. Zu guter Letzt: Ich schreibe meine Artikel in erster Linie für Sie, also unsere direkten Kunden, und erst in zweiter Linie für die große Welt da draußen. Einzelne Beiträge mögen aufgrund ihrer Thematik weite Verbreitung finden, und ich müsste lügen, wenn ich behaupten wollte, dass mir das nicht in einem gewissen Sinne schmeicheln würde. Jeder Autor, und sei es nur von Blog-Einträgen, ist ja auch ein wenig eitel. Aber die grundsätzliche Zielgruppe sind und bleiben Sie als unsere Kunden!

Bleiben Sie uns gewogen, Ihr

Ralph Rückert


© Kleintierpraxis Ralph Rückert, Bei den Quellen 16, 89077 Ulm / Söflingen